Wahlfreiheit statt Gendermarketing

Sie kann nicht einparken, er produziert Chaos in der Küche. In Großbritannien gilt ab sofort eine Regelung, die Werbung verbietet, in der Frauen und Männer klischeehaft dargestellt und ihre Fähigkeiten aufgrund des Geschlechts infrage gestellt werden.

Solch eine Regelung wünschen wir uns für Deutschland!

 
Auf dem Weg dahin werden wir nicht müde, Sensibilisierungsworkshops durchzuführen und >Vorträge< über den Zusammenhang von Gendermarketing, Rosa-Hellblau-Falle und die Berufswahl junger Erwachsener zu halten. Und wir hoffen, mit unserem Negativpreis für Gendermarketing, Der Goldene Zaunpfahl, ein größeres Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Werbung die Wahlfreiheit v.a. von Kindern einschränkt.

Das Klischee der technikaffinen Jungs und fürsorglichen Puppenmuttis muss raus aus den Kinderzimmern!

Die täglichen, klischeehaften Botschaften über wilde, technikaffine Jungs und über niedliche, fürsorgliche Prinzessinnen drängen Kinder ab Tag Eins in ein rosa-hellblaues Schubladendenken, das ihre Interessen und ihre Berufswahl mit beeinflusst. Tatsächlich ist der Fachkräftemangel in Deutschland in genau den Berufen am größten, in denen die Geschlechtertrennung am stärksten ist: Handwerk, MINT und Pflege. Und trotzdem finden sich Konstruktionsbaukästen im Spielwarenhandel in der „Jungsabteilung“, trotzdem ist der gesamte Puppenbereich pink gelabelt und als „Mädchenspielzeug“ deklariert.
Und wenn der GirlsDay / BoysDay es nicht an einem Tag richten, glauben wir, wir könnten nichts daran ändern, dass Männer nun mal weniger Interesse für den Pflegebereich hätten und Frauen in MINT-Berufen wenig repräsentiert sind. Doch das ist ein Irrtum!

Es ist kein Zufall, dass grade im Handwerk, im MINT-Bereich und in der Pflege der größte Fachkräftemangel herrscht.

Die Entsprechung der Advertising Standards Authority (ASA) hierzulande ist der deutsche Werberat. Dort ist man im Moment noch der Meinung, eine solche Reglung werde kaum Einfluss nehmen, da die Definition, welche Werbung die Grenzen überschreite, welche Stereotype schädlich seien und welche noch akzeptiert, nicht klar genug zu fassen sei.

Wir sind überzeugt, es ist eine Frage der Haltung. Sonst hätte der Deutsche Werberat zum Beispiel diesen Werbespot für Folgemilch*, der von der britischen Kontrollbehörde ASA als schädlich eingestuft wurde, hierzulande nicht  als harmlos eingestuft und einfach durchgewunken mit der Begründung ‚Ballerina‘ sei schließlich ein durchaus ernstzunehmender Beruf.

Bilder: (c) Milupa, screenshots / Collage von klische*esc e.V.

*Werbespot von Milupa (Herbst 2015), in dem Mütter die Alleinverantwortung für die Zukunft ihres Kindes trägt, ein Vater kommt nicht vor. Die dargestellten Säuglinge werden übergeblendet in Erwachsene, aus dem rosagekleideten wird eine Ballerina, das blaugekleidete wird mit einer Zukunft bestehend aus MINT und Abenteuer in Verbindung gebracht.

Unternehmen um Stellungnahme bitten

Werbung, die auf Gendermarketing setzt, Werbung, die in Großbritannen von der ASA abgemahnt würde, nehmen wir das ganze Jahr über als Einreichungen für die nächste Preisverleihung des Goldenen Zaunpfahl entgegen.
Denn jede Einreichung bekommt eine kurze Zusammenfassung und einen eigenen Beitrag auf den Seiten des Goldenen Zaunpfahl. Das heißt auch, jede eingereichte Werbung hat einen eigenen Link, der auf den Social Media-Seiten des entsprechenden Unternehmens geteilt und kommentiert werden kann! Bittet Unternehmen, die auf klischeehafte Rollenbilder setzen, um eine Stellungnahme.!

Wir freuen uns über Unterstützung!

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