Argumente für gendersensible Pädagogik

Geschlechtersensible Pädagogik…

 

… bietet Wahlfreiheit:

Geschlechtersensible Pädagogik lässt dem Kind die Wahl im alltäglichen Tun, so dass es selbst herausfinden kann, womit es gerne spielt, mit wem es gerne seine Zeit verbringt, ohne, dass Erwachsene vorher festlegen, was es aufgrund seines Geschlechtes wohl gerne mag oder besser kann.

 

…  gibt Orientierung:

In einer Kultur, die wert legt auf die Trennung in zwei Geschlechter, ist es für ein Kind gar nicht so einfach, sich zurecht zu finden. Es lernt schon sehr früh, dass Erwachsene es der Gruppe der Mädchen bzw. Jungen zuordnen, und es erlebt, dass den Geschlechtern unterschiedliche Interessen und Verhaltensweisen zugeschrieben werden. Gleichzeitig beobachtet es Widersprüche in dieser Zuordnung, zum Beispiel wenn Werbung vermittelt, dass Puppen nur für Mädchen seien, der eigene Bruder aber doch eine bekommt, wenn Erwachsene sagen, Frauen könnten sich besser um Kinder kümmern, in der Kita aber ein männlicher Erzieher arbeitet, wenn Erwachsene sagen, Männer seien besser in technischen Berufen, die Mutter aber Ingenieurin ist. Eine geschlechtersensible Pädagogik greift solche Widersprüche mit Kindern auf und hilft ihnen, Rollenbilder zu entwickeln, in denen auch komplexere Lebensentwürfe ihren Platz haben.

 

…  fördert das Selbstbewusstsein:

Ermöglichen Erwachsene einem Kind, eigenen Interessen nachzugehen, ohne diese in „typisch-untypisch“ einzuordnen, kann es wichtige Erfahrungen machen und erfährt, dass seine Wünsche und Bedürfnisse anerkannt und wertgeschätzt werden. Ein Kind, das erfährt, dass Geschlechtergrenzen überschreitende Interessen und Verhaltensweisen nicht zur Ausgrenzung führen, kann sich auch in anderen, schwierigen Lebenslagen besser behaupten.

 

…  lehrt Toleranz und beugt Konflikten vor:

Sind Verhaltensweisen und Interessen nach Geschlecht getrennt, werden Grenzen gezogen, die für Konflikte sorgen. Einem Kind, das geschlechteruntypisch handelt, kann das Mitspielen verweigert werden, es riskiert, ausgelacht und ausgegrenzt zu werden. („Gib her, Jungs dürfen nicht in die Spielküche“). Erfahrungen zeigen, dass Geschlechterkonflikte verringert werden, wenn sich Erwachsene mit Kindern über Rollenbilder und „geschlechteruntypische“ Themen austauschen.

 

…  ist gesetzlich verankert:

Sie leitet sich ab aus unterschiedlichen Gesetzen und Verträgen, die Diskriminierungen wegen „des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung“ verbieten. (Grundrechtecharta der Europäischen Union, Art. 21 (1))

In Berlin beispielsweise gilt laut KitaFög § 1 (3): „Die Förderung in Tageseinrichtungen soll insbesondere darauf gerichtet sein, […] das Kind auf das Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorzubereiten, die für ihr Bestehen die aktive, verantwortungsbewusste Teilhabe ihrer Mitglieder im Geiste der Toleranz, der Verständigung und des Friedens benötigt und in der alle Menschen ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Identität, ihrer Behinderung, ihrer ethnischen, nationalen, religiösen und sozialen Zugehörigkeit sowie ihrer individuellen Fähigkeiten und Beeinträchtigungen gleichberechtigt sind.“

Und die „Bildungsgrundsätze NRW für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Kindertagesbetreuung und
Schulen im Primarbereich“ geben vor: „Eine geschlechterbewusste Pädagogik unterstützt Kinder dabei, einengende Geschlechterbilder zu erweitern, unterschiedlichen Interessen neugierig nachzugehen und vielfältige, geschlechterunabhängige Kompetenzen zu erwerben.“

 

> pdf für Download und Druck:  argumente-gendersensible-paedagogik

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