Kooperationen

Im Sommer 2017 waren wir mit einem Input zur Rosa-Hellblau-Falle auf der Jahresversammlung des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie (DVSI) zu Gast, im Februar 2018 zum ersten Mal auf der Spielwarenmesse. Es folgten Workshops und Vorträge in einzelnen Unternehmen und zahlreiche Hintergrundgespräche und Beratungstermine.

Parallel dazu haben wir die Initiative ‚Goldener Zaunpfahl‚ aufgebaut und den Award 2017 zum ersten Mal verliehen. Unser Ziel war und ist es, Unternehmen und ihre Marketingabteilungen, aber auch Medien, Politik und uns alle als Konsument*innen zu sensibilisieren für die negativen Folgen, die eine andauernde, nach Geschlecht getrennte Ansprache und Einteilung nach sich zieht und insbesondere Kinder in der freie Entfaltung ihrer Persönlichkeiten einschränkt. Mit der kontinuierlichen Sammlung von Produkten und Kampagnen sowie der Preisverleihung leisten wir Aufklärungsarbeit und erhöhen den öffentlichen Druck auf die betroffenen Unternehmen, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.

Weil uns mehr an konstruktiver Zusammenarbeit als an Konfrontation gelegen ist, haben wir 2019 das Freispiel-Abzeichen entwickelt, um Unternehmen auszuzeichnen, die sich explizit gegen Gendermarketing positionieren und sich in ihrer Philosophie und Kommunikation für mehr Wahlfreiheit einsetzen.

Die politischen Rahmenbedingungen verändern sich

Während sich die Politik in Deutschland der Problemlage noch gar nicht bewusst scheint oder schlicht den Konflikt mit den Unternehmen scheut, sind andere Länder da längst weiter. Seit 2019 bereits gibt es in Großbritannien eine Richtlinie der ASA, dem britischen Pendant zum Deutschen Werberat, „to ban harmful gender stereotypes in ads“. In Frankreich traten ähnliche Regelungen in Kraft, und Spanien hat im Mai 2022 ein Gesetz verabschiedet, das stereotype Werbung im Spielwarenbereich untersagt. Und, die gute Nachricht: diese sich verändernden politischen Rahmenbedingungen in Europa haben den DVSI (Deutscher Verband der Spielwarenindustrie) dazu veranlasst, einen Arbeitskreis ‚geschlechtersensible Spielwelten‘ zu gründen und selbst aktiv zu werden.

Zum Auftakt haben wir (Sascha Verlan) in einem Vortrag eine kurze Einführung gegeben zu den sozial-psychologischen Hintergründen, wie Gendermarketing und die fortdauernde Ansprache als Jungen und Mädchen und der Betonung der Unterschiede Kinder in der freien Entfaltung ihrer Persönlichkeiten, ihrer Interessen, Fähigkeiten und Zukunftspläne einschränkt. Diese Art der Zusammenarbeit wollen wir weiter fortführen.

Neue Kooperationen

Haben wir bisher vor allem Fachkräfte aus der pädagogischen Arbeit und Eltern sensibilisiert, mit Gleichstellungsstellen und Diversity-Abteilungen zusammengearbeitet und über unsere Kampagnenarbeit öffentlichen Druck auf Politik und Wirtschaft aufgebaut, wollen wir jetzt im direkten Austausch mit Unternehmen den nötigen Transformationsprozess begleiten. Wir sind gespannt, welche neuen Erkenntnisse dieser Perspektivwechsel für uns bringt, welche Gestaltungsräume und Aufklärungsmöglichkeiten sich so ergeben.

Seit September 2022 unterstützen wir das Berliner Unternehmen Kindsgut in seinem Anliegen, Babyprodukte frei von Genderstereotypen anzubieten und in seiner Kommunikation zum Thema Rosa-Hellblau-Falle®


Wir sind gespannt auf den gemeinsamen Weg. Und wir freuen uns über Fragen und Austausch zum Themenbereich geschlechtersensible Spielwelten.


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