Begrüßt Ihr Kinder unterschiedlich?

… abhängig vom Geschlecht? Und was sagt Ihr zu dieser Szene?

Szene aus ‚Email für Dich‘ mit Tom Hanks. Danke an @langziehohr fürs Finden!

Mir ist der Bias darin nicht aufgefallen damals, als ich den Film sah. Das wird den meisten so gehen, dabei ist die unterschiedliche Art der Begrüßung sehr auffällig: Das Mädchen wird fest umarmt, für den Jungen gilt: Bloß kein Körper- oder gar Hautkontakt beim Begrüßen, der Kragen muss genügen. Wird später dann abgelöst durch kräftiges Schulter- oder Rückenklopfen bis zum Hustenanfall.

„Sei alles, aber bloß kein Mädchen!“ ??

Wie begrüßen sich Freunde in Eurem Bekanntenkreis? Wo überall ist der Schulterklopfer verbreitet und wer setzt ihn schon bei kleinen Jungs ein oder hat eine andere Methode gefunden, die verinnerlichte RosaHellblauFalle in seinem Körperkontakt zu Kindern auszudrücken?

Ab der Pubertät machen wahrscheinlich sehr viele einen Unterschied. Das Problem ist, dass Jungen schon sehr früh weniger (sanft) berührt werden als Mädchen. Was ich vor allem bei ganz Kleinen, über Vorschul- und Grundschulalter traurig finde.

Männlichkeit. Lässt die sich denn wirklich nur definieren in Abgrenzung und Herabsetzung des angeblich Weiblichen? Motto: „Sei alles, aber bloß kein Mädchen!“ ??

Diese Botschaft geht heute noch an viele Jungen. Achtet einfach mal darauf und kommt mit denen, die Euch wichtig sind, darüber ins Gespräch. Aber nur, wenn Zeit und Ruhe dafür ist. Es ist ein zu emotionales Thema, als dass man zwischen Tür und Angel einen Konsens finden könnte, wenn er nicht schon davor besteht.

Eine Studie dazu:

Raueres Spiel – unterschiedliche Wortwahl

Mit Töchtern sprechen Väter offener über Gefühle, auch über Traurigkeit. Mit ihren Söhnen wählen sie rauere Spiele und nutzen eine leistungsbezogenere Sprache (z.B. Wörter wie „proud“, „win“ und „top“)

Compared with fathers of sons, fathers of daughters were more attentively engaged with their daughters, sang more to their daughters, used more analytical language and language related to sadness and the body with their daughters, and had a stronger neural response to their daughter’s happy facial expressions. … In contrast, fathers of sons engaged in more rough and tumble play, used more achievement language with their sons

Mascaro, J. S., Rentscher, K. E., Hackett, P. D., Mehl, M. R., & Rilling, J. K. (2017). Child gender influences paternal behavior, language, and brain function. Behavioral Neuroscience, 131(3), 262–273. https://doi.org/10.1037/bne0000199

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*