EqualCare mit Kindern

Für Erwachsene gibt es jede Menge strategische Tipps für die Haushalts-Organisation. Angefangen bei irgendwelchen Tools: Wunderlist, flatastic, trello, rememberthemilk. com… Aber wie geht das mit Kindern? Welche Systeme nutzt Ihr oder habt Ihr erfunden, um Eure Kinder in die Familienarbeit und private #CareArbeit einzubeziehen? 

Equal Care Blume

Das Bild zeigt unsere letzte #EqualCare-Vermittlungs-Methode, die ich jetzt wegpacke. Es sind kleine Bleistiftzeichnungen, die ich auf Magnetplättchen geklebt hatte. Dazu gehört eine große Papierblume mit 5 Blättern, die am Kühlschrank hing – je 1 Blütenblatt pro Familienmitglied. Und wer etwas erledigt, nimmt sich das entsprechende Symbol aus der Dose und pappt es auf sein Blütenblatt. Am Anfang der Woche hat man die freie Wahl, am Ende der Woche ist v.a. das Kind dran, das noch fast leere Blütenblätter hat. 

„Hast Du schon? – Mach jetzt endlich!“

Hat so semi gut geklappt, weil das Erinnern, Auffordern, Ermahnen sich damit auch nicht erübrigt. Der Ruf durchs Haus: „SPÜLMASCHINE AUSRÄUMEN!“ gehört zum Alltag bei 5 Personen. Nicht erinnern heißt, alleine machen. Phasenweise haben wir versucht, es mal ganz ohne „Hast Du schon-Mach jetzt endlich!“ durchzuhalten. Wir dachten, irgendwann wird es ihnen auffallen, dass sie tagelang in ihren Zimmer sitzen und wir immer alleine unten klappern und machen. Dachten wir das wirklich? So naiv! Heute muss ich darüber lachen. Denn diese Strategie bedeutete bloß, dass wir zu zweit den Haushalt gemacht haben und am Wochenende gabs Streit. Dolle Wurst. #Fail. Nächstes System musste her. 🤷🏻‍♀️

Alle machen alles!

Die Kinder sind inzwischen übrigens 14, 16 + 18 Jahre alt. Es gibt viele Bereiche im Haus, da sind sie selbstverständlich mit zuständig, das wissen sie, machen mit: Spülmaschine, Tisch decken/abräumen, Gemüse schnibbeln, Wäsche waschen, auf-abhängen, Müll raus, Zimmer saugen… – Und das Geschlecht spielt keine Rolle, nur insofern, als wir Eltern uns sehr auf die Finger schauen, nicht unbewusst unsere Töchter öfter zu rufen als unseren Sohn oder sie häufiger mit Küchenkrams zu beauftragen als ihn. Geht gar nicht. Rosa-Hellblau-Falle!

Denn eins ist sicher: wer ohne jede Verpflichtung in einem Haushalt aufgewachsen ist, in dem sich scheinbar alles von selbst putzt, wäscht, ordnet, kann sich nur schwer um 180° ändern. Wer von den Eltern gelernt und vorgelebt bekommen hat, dass Männer im Haushalt nur „mithelfen“, muss für eine gleichberechtigte Partnerschaft etwas Grundlegendes neu lernen. Die Mental Load wird dann automatisch erstmal bei ihr liegen. Weil Care-Arbeit und das Sich-Kümmern von Mädchen eher erwartet wird, wird die Mental Load unbewusst eher an Töchter weitergereicht.

Wir jedenfalls würden gerne große Teile der Mental Load an alle drei Kinder weiterreichen, aber solange sie zuhause wohnen wird das wohl nichts.

Die Mental Load tragen die Eltern.

Was nämlich bisher kein System, keine Tabelle oder Papierblume hinbekommen hat: Dass die Kinder von selbst an die ToDos denken, an all den Kram, der auch uns Erwachsenen nicht unbedingt und schon gar nicht jeden Tag Spaß macht. Aber sie haben das Privileg, sich drücken zu können :D Dafür gibt es uns Eltern, die daran erinnern, dass die Kaninchen nicht warten können, auch dann nicht, wenn Sonntag ist, man selbst bis Mittag schlafen möchte. Orrrr!

*Aarrgh!*

(Eine Methode, die Ihr sicher auch alle häufig nutzt, ist ‚Der stumme Wink mit dem Zaunpfahl‘. Dinge, die die Kinder mal eben benutzen um sie dann fett irgendwo stehenzulassen, platziere ich gerne an noch blöderen Stellen. Was meine Kinder natürlich nicht daran hindert, ungeniert drüber hinweg zu steigen. Mal schauen, wer sich beim Abendessen hier draufsetzt. Verzweiflungstaten im Care-Alltag 🤷)

Fazit

Vor der Papierblume hatten wir Wochentabellen, ToDo-Listen mal nach Räumen mal nach Personen sortiert, Ein Papphaus mit vielen Fenstern für Aufkleber zur Motivation… und was nicht alles für tolle Ideen! Alle gemeinsam in Familiensitzungen erarbeitet, pädagogisch unglaublich wertvoll, gut gemeint, und alle drei Kinder haben tatsächlich viel daraus gelernt. Wahrscheinlich schon. Also, naja, an schlechten Tagen sehe ich da nichts davon. Und an den guten Tagen sehe und weiß ich: sie machen super mit, sind gut mit eingebunden, beschweren sich wenig, und beim Küche Aufräumen entstehen die besten Gespräche. Dabei erfahren wir natürlich auch, dass „Alle anderen…“ nicht annähernd so viel machen müssen :D und „Die*der Tim-Marie-Jannis-Hanna müssen übrigens überhaupt gar nichts machen, die tragen nicht mal ihren Teller in die Küche nach dem Essen, da macht die Mutter alles!“ Ob das stimmt, weiß ich natürlich nicht, aber meine Kinder finden es komplett daneben, und dann sind wir uns wunderbar einig und räumen weiter das Geschirr in den Schrank. 😊

System für Teenager und optimistische Eltern: Kinder erkennen selbst, was dran ist.

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